Zwei Meilensteine prägen unsere Vereinsgeschichte

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Jede Menge Arbeit bis die Remise in ein Theaterlokal umgebaut ist!

Die Initiative, in Jegenstorf ein Kleintheater zu gründen, ging von Walter Fankhauser aus. Nachdem er einige Zeit in Solothurn Theater gespielt hatte, reizte ihn die Idee, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Unter­stüt­zung erhielt er rasch: von Alexander Bernhard, Helene Heller und Marlies Huggenberger.

Der erste Meilenstein

1977 fällt der Startschuss: In ungezählten Fron­arbeits­stunden entrümpeln die Idealisten mit Helferinnen und Helfern die schmuddelig-düstere Remise beim Wirts­haus «Brauerei», die zuletzt als Kohlenkeller gedient hat, und bauen die Lokalität in ein schmuckes Klein­theater um. Bereits ein Jahr später verwirklicht der neu gegründete Jegenstorfer Theaterverein eine Produktion und besteht mit Max Frischs Drama «Biedermann und die Brandstifter» in einer selbst ver­fassten Mund­art­version die Feuertaufe mit Bravour.

Ab jetzt ist der zunehmend wachsende Verein Anstifter weiterer ‹Theaterbrände› und findet über die Region hinaus Beachtung. Doch dann fällt nach 27 Jahren das Verdikt: Wir können die Lo­ka­li­tät nicht mehr länger nutzen.

Damit stellt sich die Frage: Sollen wir
den Verein auflösen oder weiter­machen? Wir entscheiden uns für Letzteres und suchen intensiv einen neuen Wirkungs­ort. Die Gemeinde Jegenstorf und das Glück stehen auf unserer Seite: Die Moste­rei­ge­nos­sen­schaft Jegenstorf und Umgebung ist bereit, uns die Räume ihrer einstigen Mosterei zu vermieten. Witzig dabei: Von der ehemaligen ‹Brauerei› geht's jetzt zur ehemaligen ‹Mosterei›...

Noch ist der Umzug aber nicht spruchreif. Denn: Obwohl wir – wie seinerzeit bei der Grün­dung unseres Theaters – mög­lichst viel selber bauen wollen, kostet die Realisierung des neuen Theaters rund 120'000 Franken! Wir suchen also Sponsoren und sammeln mit Ak­tio­nen ‹Baubatzen›. Der Einsatz zahlt sich aus, fliessen doch nahezu 80'000 Franken in unsere Kasse. Zusammen mit dem Erspartem kann der Innenausbau beginnen, zumal inzwischen auch die Baubewillung vorliegt.

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Fortsetzung und doch Neubeginn – die Zuschauertribüne entsteht...

Der zweite Meilenstein

Nicht ohne Wehmut verabschieden wir uns nach der letz­ten Vorstellung vom angestammten Ort und räumen an drei Wochenenden das liebgewonnene Theater: ent­sorgen Unbrauchbares und zügeln noch verwendbares Bau- und Kulissenmaterial sowie den Fundus und das Archiv in den Estrich der neuen Ört­lichkeit, die von der Mostereigenossenschaft sanft renoviert worden ist.

Gemäss dem Bauplan des Architekten Pierre Schenk schaffen ortsansässige Firmen als Erstes die grund­legende Infrastruktur und ab September 2004 greifen dann wir Vereinsmitglieder zu Schrau­ben­zie­her, Säge, Hammer, Pinsel und was der Werkzeuge mehr sind.

In über 800 ehrenamtlichen Arbeitsstunden wird nun Samstag für Samstag und oft auch nach Feierabend der Innenraum auf- und ausgebaut. Einige opfern dazu sogar ihre Ferien!

Einen titanischen Einsatz leisten unser da­maliger Präsi­dent Fredi Stettler sowie unser Techniker Heinz Deriaz.

Parallel zur Bauarbeit wird Neil Simons Stück «Brooklyn-Memoiren» einstudiert. Obwohl am Limit angelangt, erreichen wir unser ehrgeiziges Ziel und können am 15. April 2005 termin­ge­mäss im neuen Kleintheater die Premiere feiern.